Das japanische Versicherungsunternehmen Fukoku Mutual Life Insurance testet derzeit den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Schadensbemessungsprozess. Telefonisch bei der Versicherung eingehende Schadensmeldungen werden bereits von Robotern empfangen, Chatbots zeigen den Nutzern Aktienkurse auf ihrem Smartphone. Andere Roboter werden eingesetzt, um Trümmer zu untersuchen und Schäden aufzunehmen. Die generierten Daten werden in KI-Systemen mit historischen Aufzeichnungen abgeglichen, um die Schadenshöhe zu bestimmen.

Für Fukoku Mutual Life Insurance hat der Einsatz von robotergesteuerten Prozessen und KI den Vorteil, effektiver und schneller arbeiten zu können, auch in Umgebungen, wo Menschen sich in Lebensgefahr begeben müssten. Dadurch kann das Unternehmen 30 % seiner Mitarbeiter in der Schadensermessung, einem oftmals gefährlichen Arbeitsumfeld, einsparen.

Künstliche Intelligenz wird im Finanzsektor bereits zur Durchführung von hauptsächlich standardisierten Tätigkeiten eingesetzt. Allerdings besteht hier noch viel Potenzial für weitere Kosteneinsparungen – Untersuchungen zufolge zwischen 30 und 75 % alleine im Versicherungsbereich.

Da kommt die Fragestellung auf, ob KI Versicherungen generell überflüssig macht. Auch wenn die Schadensbemessung bereits von KI durchgeführt oder Schäden durch Drohnenüberwachung sogar verhindert werden können, laufen weder Mitarbeiter noch gar ganze Versicherungen bisher Gefahr, vollständig ersetzbar zu werden. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist noch sehr kostspielig und stößt oft auf mangelnde Akzeptanz durch den Kunden, was wiederum zu einer verringerten Kundenzufriedenheit führen kann. Nichtsdestotrotz kann von einer Weiterentwicklung der Technologie ausgegangen werden, die die momentane Beurteilung in ein paar Jahren ganz anders aussehen lassen könnte.